Wer war eigentlich Major Tom?

by sebastian

Der Song »Major Tom« von Peter Schilling aus dem Jahre 1983 sollte den meisten Bürgern der tollen BRD bekannt sein. Die Kunstfigur Major Tom ist allerdings keineswegs Schöpfung dieses NDW-Onehitwonders; sie wurde 1969 vom »Pop-Chamäleon« David Bowie ins Leben gerufen.

David benutzte damals die Metapher des Raumfahrers, der in Anbetracht der Dinge, die ihm im Weltall klar wurden, plötzlich die Kontrolle über sein Schiff fortgibt, als Umschreibung für seine eigenen Drogenerfahrungen (wohlgemerkt damals primär halluzigener Natur). Den Song nannte er »Space Oddity«, als Anlehnung an Stanley Kubricks philosophischen Nicht-Blockbuster »2001 – A Space Odyssey« aus dem Jahre 1967. Zur damaligen Zeit war die Mondlandung ein sehr aktuelles Thema und »Space Oddity« wurde dementsprechend ein sehr erfolgreicher Hit.
Bowie hat die Figur des Major Toms 1980  in dem Song »Ashes To Ashes« wieder aufgegriffen, dieses Mal in Form einer recht pessimistischen Abrechnung mit dem ausschweifenden Lebensstils der späten 60er/70er. Bowie war zu diesem Zeitpunkt längst clean und hat mit dem Album »Scary Monsters« seine letzte große hörenswerte Platte abgeliefert (die übrigens überraschend energetisch ausgefallen ist!); danach kam nurnoch fader Driss.

Ashes to ashes, funk to funky
We know Major Tom’s 4
a junkie
Strung out in heaven’s high
Hitting an all-time low

und resúmierend

My mother said
to get things done
You’d better not mess
with Major Tom

Sind die zentralen Aussagen dieser Scheibe.

Schade drum; mit Major Tom war die Musik von David um Welten besser.