Ikonen: Jaco Pastorius, E-Bass

by hendrik

Jeder Bassist wird wahrscheinlich früher oder später schon einmal über den Namen Jaco Pastorius gestolpert sein. Pastorius gilt als Vater des Fretless-E-Bass.

Leo Fender entwickelte in den Fünfzigern den E-Bass und stattete ihn im Gegensatz zum Kontrabass mit Bünden aus. Dadurch wurde das E-Bassspiel vergleichsweise leicht, da man lediglich den entsprechenden Bund treffen musste und der richtige Ton erklang. Der offensichtlichste Nachteil war jedoch, dass man sich bei einem Slide, also dem Gleiten von einem Ton zum anderen, nur in Halbtonschritten bewegen konnte und nicht wie beim Kontrabass ein Glissando, also eine stufenlose Bewegung, umsetzen konnte.

Um auch dem E-Bass diese Möglichkeit zu geben, modifizierte Jaco seinen Fender Jazz-Bass und entfernte die Bünde wieder. Dies führte zu einem neuartigen Klang, der als „Jaco Growl“ bezeichnet wird und sich durch den Horn-ähnlichen Klang auszeichnet.

Das bemerkenswerte an Jaco Pastorius ist, dass er den Bass vom einfachen Begleitinstrument zum emanzipierten Melodieinstrument gemacht hat. Durch die Einsatz von Obertönen und die oft in Sechzehntelnoten geführten, melodieorientierten Basslinien begründete er ein neues Selbstverständnis der Bassisten. Nicht zuletzt deshalb berufen sich auch heute noch vor allem viele Studiobassisten wie Marcus Miller und Victor Wooten auf Jaco.

Gute Beispiele für seinen Stil finden sich bei seiner Arbeit mit Weather Report, auf die ich noch in einem anderen Artikel eingehen möchte, und in seinem Solo-Werk. Zwei Beispiele:

Jaco Pastorius – Solo mit Portrait Of Tracy

Jaco Pastorius – Opus Pocus